Biblischer Content für Ehe und Familie
Als sehr regelmäßiger Kirchgänger kann ich mich an keine Predigt erinnern, die Ehe und Familie zum Inhalt hatte, die von der Bibel her Rat und Hilfe und Richtung für Ehe und Familie gegeben hätte – ich behaupte mal, daß mehr Theologen-Arbeitszeit zu Gender, Gleichstellung, Homo-Pfarrer etc. verwendet wird, als daß sich wesentliche Teile der Kirchen dem Niedergang der Eheschließungen, der steigenden Zahl von unehelichen Kindern, des Skandals der > 100 T Abtreibungen p.a. in Deutschland etc. stellen würden.
Dabei wäre es so einfach: es braucht gar keine hohe theologische Deutungskunst, es braucht Demut vor der Schrift, Zuversicht und Glauben auf den Zuspruch dort, die Nüchternheit und Bescheidenheit, daß auch unsere Zeit die grundlegenden menschlichen Wahrheiten nicht neu erfindet.
Bezeichnenderweise sind es vier Frauen, die ich hier mit ihren Büchern oder Webseiten vorstellen möchte, bei denen ich klare Worte, klare Entwürfe, Glaubwürdigkeit durch eigene Lebenspraxis und Hoffnung für unsere Verwirrung in den Familien gefunden habe.
Das Buch “Familie – der unterschätzte Glücksfaktor” von Susanne und Marcus Mockler sollte zur Handbibliothek von Pfarrern Abt. Lebensberatung und Gesellschaft, gehören – in klarer Sprache werden nicht nur Thesen postuliert, sondern Fakten geliefert und mit eigenen Erfahrungen unterlegt – immerhin haben die Mocklers selbst acht Kinder! Ein klares Bekenntnis zur Mutter zuhause, zum Glück, das Kinder bringen, eine klare Ordnung von Werten, was in unserem Leben wichtig ist, aus der Sicht von zwei engagierten Christen, ohne daß sie biblisch argumentieren. Das könnte man kritisieren, doch wer möchte den idea-Redakteur und die überzeugte Mutter dafür verurteilen? Ein Zeugnis in dieser Zeit, auch wenn keine Bibelstellen zitiert werden. Zum Weiterlesen: die Kundenrezensionen bei Amazon.
Eine Offenbarung war für mich in den letzten Tagen das Buch der (ach so typischen) Amerikanerin Debi Pearl “Created to be his Help Meet”, das ich richtig durchgeackert habe. Geiernotizen schreibt dazu: “Dies ist der seltene Fall eines Buches, in dem die biblischen Vorgaben in Bezug auf das Verhältnis der Geschlechter zueinander klar und unmißverständlich dargestellt werden. Gern würde ich ein deutsches Buch vergleichbaren Inhalts vorstellen, aber ich kenne keines.” “Help Meet” wird ohne viel Auswahl mit “Gehilfin” übersetzt, sowohl in Online-Wörterbüchern als auch in der Luther-Bibel in 1. Mos 2. Aus einer langen Seelsorgepraxis zitiert sie viele Briefe, die sie erhalten hat samt ihren Antworten. Sie argumentiert streng von der Bibel her, 98% der deutschen studierten Theologen (und 100% der Theologinnen) würden die 2. Kor. 3, 6b – Keule rausholen und ihr “Wortgläubigkeit” vorwerfen. Dabei ist das Buch von der ersten Zeile an ein Fallenlassen in Gott, eine Zuversicht auch auf irdisches Glück, die Frau macht keinen unterdrückten Eindruck. Im Gegenteil: ihr Mitleid mit den Geschiedenen, Alleinerziehenden oder noch verheirateten verbitterten Frauen ist ohne Überheblichkeit, ohne Zynismus, ohne Besserwisserei.
Die Pearls (sie hat ‘ihren’ Pastor geheiratet) haben in Deutschland bisher keine gute Presse: in der Süddeutschen problematisiert ein Artikel, daß Michael Pearl in seinem Buch “How to Train a Child” ausdrücklich die Züchtigung mit der Rute, in modernem Deutsch, das Schlagen von Kindern fordert. Auch in den USA haben sie dafür, aber auch zu theologischen Fragen, genug kritische Presse bekommen (1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9).
Vorab: jeder, der Kinder hat, kennt das Gefühl, daß einem gleich “die Hand ausrutscht”. Ich habe schon mal eines meiner vier Kinder robust gepackt, ich habe aber auch einen nur wenige Monate alten Säugling aus den Händen seiner vom Schlafentzug entnervten Mutter gerettet, als sie ihn mehrmals auf die Matratze knallte “schlaf doch endlich”. Geschlagen, gar mit Ansage, habe ich keines meiner Kinder. Bei meinen Eltern war manchmal die Androhung eines Kleiderbügels das letzte Mittel, aber ich kann mich an keine Schläge erinnern, nachdem mein Vater Summerhill zu seiner Erziehungsbibel erkoren hatte, sowieso nicht mehr. Aber eine Gesellschaft, die Abtreibungen straflos läßt, die gar “Spätabtreibungen” zuläßt, also die Ermordung lebensfähiger Kinder im Mutterleib, und andererseits wirklich ein Problem hat mit Jugendlichen, die keine Autorität anerkennen, soll sich um ihre Probleme kümmern, ihre Aufgaben erledigen und nicht in die Familien hineinregieren. Und die psychischen Verletzungen? Durch Dauerfernsehen, Gewaltvideos, ungehemmten und unkontrollierten Internetkonsum? Durch Zynismus, Gleichgültigkeit, Konsumterror, Lieblosigkeit? Das Verbot der Prügelstrafe ist in diesem Lichte heuchlerisch, es stellt sich über die Eltern. Körperverletzung ist im Strafrecht geregelt und Gewalt gegen Kinder ist ein Verbrechen, aber den Eltern die letzten Mittel aus der Hand zu nehmen, treibt diese von der Verantwortung in die Hilflosigkeit, Gleichgültigkeit und Zynismus. Oder sollen Psychopharmaka vom Arzt besser sein?
Aber das ist ihr Mann, der das Buch “How to train a child” (das mit der Rute) geschrieben hat. Kein Wort davon bei Debi Pearl, ihr Thema ist Ehe und Familie, das Verhältnis von Mann und Frau. Die Sammlung biblischer Belege, die vielen Briefe, die sie zitiert, ihre Antworten sind eine so segensreiche Mischung von biblischer Wahrheit und Lebenserfahrung, das gibt es in deutsch bisher nicht, an der Stelle hat Geiernotizen recht. Der auch von seiner strengen Auslegung des biblischen Lehrverbots für Frauen die Ausnahme in Titus 2, 3 – 5 sieht und sie als Lehrerin in Sachen Frauen und Familie anerkennt.
Ich bin mit dem Buch noch nicht ganz durch (Kap. 11 – Isebel vs. Ruth und Esther), nur so viel: für jemand, der Anfang der 80er Jahre seine erste Freundin aus dem Schülerbibelkreis verlor, nachdem diese im Sozialpädagogik-Studium vom Feminismus befallen wurde und er “Töchter Egalias” zwangslesen sollte, der eine gescheiterte Ehe mit einer Controllerin-Anklägerin hinter sich hat, der seither von einer de-facto-Gehilfin (die ohne biblisches committment der Gehilfin nach Debi Pearl schon sehr nahe kommt) treu begleitet wird, die zwar langsam in den Glauben hineinwächst, aber ihre Herzenstür noch nicht aufgerissen hat – für den ist dieses Buch eine Offenbarung. Dieses Buch macht Männer stark, auch wenn es v.a. für Frauen geschrieben wurde. Dieses Buch schreibt so einfach, so klar, so eindeutig an der Bibel entlang, daß es wirklich ein Strom frischen Wassers in die Verwirrung und Wüste unserer Gesellschaft ist. Ohne daß ich meine Frau drängen muß kann ich schon die Stärke zeigen, meine Rolle einnehmen, die Klarheit haben, sie auf ihrem Platz sehen, der offenbar zu aller Wohl (meines, ihres, der Kinder, der Gesellschaft) in der Bibel so beschrieben, vorgeschrieben, geordnet ist.
Lesenswert: ihre Abhandlung über Jezebel-Isebel, sowohl in ihrem Buch als auch früher schon in dem Magazin ihres Mannes No Greater Joy. Auch so etwas habe ich auf deutsch noch nicht gefunden.
Daß es bei einer amerikanischen Gesamtauflage von 370.000 Exemplaren bisher noch nicht zu einer deutschen Übersetzung gereicht hat, ist schade. Angesichts des Käßmann-Hypes (allein von “In der Mitte des Lebens” über 400.000 verkaufte Bücher) und der damit verbundenen Deutungsmacht beim Thema “Frau, Kirche, Familie” hat bisher noch kein Verlag den Mut gefunden, mit der Gegenposition aus der Deckung zu gehen – das Geheul und die Verrisse wären furchtbar.
Eine weitere Entdeckung: die Webseite von Julie Sibert “Intimacy in marriage“. Sexualität ist ein Geschenk Gottes in der Ehe und wir dürfen das Geschenk auspacken und geniessen. Es gibt in den USA eine Menge von Büchern und Webseiten zu diesem Thema, auf ihrer Webseite unter dem Button Resources findet sich ein Einstieg, bis hin zur Webseite der Christian Nymphos (“We saw ourselves as incredibly passionate wives and found wonderful freedom in embracing our sexuality. The definition of a nympho is “a woman with abnormal sexual desires.” Sometimes we do feel abnormal, and while sometimes it is with people who are not Christians it can also be when we are in groups of Christian women. Moms groups. Ladies Bible studies. A night out with our Christian girlfriends. It is not uncommon to hear women speaking negatively about sex. It is also not at all uncommon for us to hear people telling us that our sexual standards are rigid and uptight because we are so firm in our conviction that sex as God intended it is most intensely fulfilled within the marriage covenant” und ““Be fully released to embrace all that God wants for your marriage! Ignite that intimacy with your husband, and grow in Christ together! Witness to others about Jesus, and at the same time, let them see you as a healthy, strong, happily married woman. Be a role model to other young women who need someone to look up to and talk to. Instruct them on marriage and don’t shy away from sexual questions they have. Young women need experienced women to talk to and get sound, Christian advice from. Let us honor God by showing these women what He wants for them in marriage!”) – wer sagt noch, daß amerikanische Christen prüde und rigid wären, hier ist der Gegenbeweis!
Von mir schon früher entdeckt und erwähnt (und übersetzt) “My Credo as a Christian Woman” – da ist alles enthalten, eine umfassende Erklärung, kein Wort zuviel – wenn wir doch solche Lehrerinnen im deutschsprachigen Raum hätten!
In einer Zeit voll schlechter Nachrichten hier mal eine gute: Eine Übersetzung von »Created to be his Help Meet« ist in Arbeit. Es gibt freilich noch keinen Termin für eine Fertigstellung, gar für den Druck. Aber immerhin, ca. ein Drittel ist übersetzt.
Geier
5. September 2011 um 04:40