Dieser Blog…
erhebt keinerlei Anspruch auf theologische Richtigkeit, erliegt keiner dogmatischen Vermessenheit auf Unfehlbarkeit; er möchte niemanden überzeugen, möchte nicht rechthaben; eher ein subversives Gedankenexperiment, eine mahnende Stimme gegen den Gender-Gleichheits-Furor, ein zorniger Ausruf bei Betrachtung der Goldenen Kälber unserer Zeit (Individualismus, Unabhängikeit, Freiheitssucht durch Mobilität, Rücksichtlosigkeit, Bindungsunfähigkeit), im Angesicht der Götzen der Aufklärung ( die eigene Meinung wird als Gewissen bezeichnet, obwohl ethische Grundlagen fehlen, Vernunft ohne Werte, mein Bauch als Gott, die Altäre der EMMA auf den Höhen), der hölzernen Standbilder der Egozentrik, der Hausgötzen des eigenen Begehrens.
Dieser Blog ist nicht die Krone oder Speerspitze der Exegese, sondern ein Blick aus der Menge des Volkes in Richtung des in Flammen stehenden Horeb, von wo bei Hingabe des eigenen Lebens auch heute noch wahre Werte geholt und zum Volk gebracht werden könnten – bisher bleibt es beim Blick, wenn auch vom äußeren Rand der Volksmenge. Den Schreiber treibt die Verzweiflung über die hohen Scheidungsraten, die wenigen und späten Kinder, daß es für Frauen und Männer kaum mehr Schutzräume in Form fester Wertekanons und Verhaltensweisen mehr gibt, in denen Familien gegründet werden könnten – wer möchte schon auf dem freien Feld der absoluten Meinungsfreiheit, der Dauerdiskussion über Rollenverteilung, auf dem Hinrichtungsplatz der Genderdiskussion, in der Dauercastingshow “Germanys most liberated Feminist “, mit Alice Schwarzer und Claudia Roth statt Heidi Klum, eine Familie gründen? Welcher Mann setzt sich dem aus, welche Frau traut sich da noch? Wo ist die deutsche Bischöfin, die junge Frauen zur Familiengründung aufruft, die ihnen Mut macht, daß nicht erst Promotion oder Referendariat und Verbeamtung die Legitimation zum Kinderkriegen (wenn es dann noch klappt) sind? Wo ist das Männeridol, das Männer stark macht, das es wieder zum positiven Zeitgeist macht, daß Männer als Beschützer und Ernährer eine Verantwortung haben, dieser aber auch einfach durch Arbeiten und Nach-Hause-Kommen gerecht werden können und es dann “gut ist”? Und sich dann in einem Himmelreich auf Erden aus “family-values” eben nicht mehr vorwerfen lassen müssen “Du hast es gut, Du darfst den ganzen Tag weg, Du läßt mich allein”, wenn sie nach 10 oder 12 Stunden Bärenjagd die vermeintliche Geborgenheit in der Familienhöhle suchen?
Physikalisch logisch schwingt das Pendel nach 30 Jahren Feminismus wieder zurück: die höchste Lageenergie nach 30 Jahren Frauenk(r)ampf , dort aber auch Stillstand; Vmax wird am Tiefpunkt sein – dort, wo die Aufprallgeschwindigkeit auf moderne Dogmen, Ideologien und Irrungen, die sich in der Mitte der Gesellschaft breit gemacht haben, dort wo die Durchschlagswirkung am höchsten sein wird und es folglich am meisten weh tun wird, da ist die Goldene Mitte, das stabile Gleichgewicht, so paradox das klingen mag. Ebenfalls physikalisch erklärbar ist die Anonymität des Bloggers: solange bestimmte Diskussionen (immerhin über biblische Inhalte) auch in Kirchen unterdrückt oder der Lächerlichkeit preisgegeben würden weil sie überhaupt nicht im Mainstream der theologischen Trendsetter mitschwimmen, treten sie wie ein artesischer Brunnen an anderer Stelle eben dort an die Oberfläche und begrünen die wordpress-Gemeinde, wo doch viele Kirchen und Gemeinden die Bewässerung durch losgelassene Phantasie, Disput und Meinungsfreiheit gut gebrauchen könnten. (Ein Lob der Anonymität steht bei zerohedge, dem Ökonomie-Blog: “anonymity is a shield from the tyranny of the majority. it thus exemplifies the purpose behind the bill of rights, and of the first amendment in particular: to protect unpopular individuals from retaliation– and their ideas from suppression– at the hand of an intolerant society.” und: “keeping authorship anonymous moves the focus of discussion to the content of speech and away from the speaker”.)
Das Wasser in einem artesischen Brunnen ist weder depressiv noch ölig wie ein alter Most noch trübe vom langen Weg durch die Lehm- und Gesteinsschichten (30 Jahre her, daß ich zur Lektüre von “Die Töchter Egalias” verdonnert wurde), es ist gekühlt und geklärt, es ist lebendig und gluckert, es wird nicht am theologischen Stadtbrunnen verteilt, wo die Obrigkeit zuschauen kann, wer wieviel davon trinkt, sondern tritt weit außerhalb aller Mauern und Einflußsphären im freien Gelände aus, an unvermuteter Stelle, einfach so, ohne Quellfassung, nicht in einer teuren, langweiligen, angestaubten Kurstadt drumherum (Amtskirche als Kurstadt, der Vergleich hat was), sondern frei zugänglich und belebend für jedermann und jedefrau.
Dermaßen frisch, gekühlt, mutig gegen eigene Skrupel, freigiebig mit Ansichten, freifließend unzensiert ohne Pumpen und Röhren verspricht laufende Ergänzung
altervater von SEP 09 bis FEB 11
[...] Adresse im Impressum geschrieben, auch nicht dauernd in den Schlagzeilen. Schon in einem früheren Blogeintrag hatte ich vergebliche Hoffnungen auf eine „deutsche Bischöfin“ gesetzt (Wo ist die [...]
Herrgott, Margot – Käßmann, Pille und Geburtenzahl « Altervater's Blog – Polygamie positiv denken
17. Mai 2010 um 20:46