Alte Ordnungen, moderne Zeiten, Rat woher
Eine Pfarrerinnen-Tochter studiert Soziologie und Politik, (richtig) gescheit, hübsch, lebenserfahren (nach einem halben Jahr auf der südlichen Halbkugel in einem Land mit einer der höchsten Kriminalitätsraten weltweit), kerngesund, Stipendiatin: wer sollte einen Plan für die Zukunft haben wenn nicht sie? Im Gespräch erwähnt sie dann jedoch, daß alle Soziologen zusammen immer noch nicht wissen, wie Gesellschaft eigentlich funktioniert, weshalb Frauen immer noch weniger verdienen und Arbeiterkinder doch keine Chancen haben (oder viel weniger). Und Familie, eigene Pläne, feste Vorstellungen – mit Mitte 20 kein Wort davon. Von kirchlichen Plänen und Entwürfen jedenfalls hält sie nicht viel, will weiter hinaus oder tiefer ins Leben hinein verstehen, es letztlich besser wissen.
Was leisten wir uns eigentlich, selbst solche Hoffnungsträgerinnen ohne Plan ins Leben zu entlassen? Was erlauben wir uns, alte Ordnungen zu verwerfen und zu diskreditieren, ohne in den zentralen Fragen Mann und Frau, Kinder, Zukunft, Familie, Alter feste Gegenentwürfe anbieten zu können? Wie blind müssen wir sein, angesichts der steigenden Scheidungszahlen, dafür umso geringeren Kinderzahlen (je höher die Bildung, desto weniger) unseren Nachkommen keine Wegweisung geben zu können? Keine positive Vision, Lebensrichtung, Wertschema, an denen sie sich orientieren könnten?
Wem glückt Familienleben über Generationen? Auch wenn es weder modern noch interessant klingt: Demut und Bescheidenheit müßten zur Hochachtung vor den alten Ordnungen führen. Aus welcher Schöpfungsgeschichte läßt sich herleiten, daß Männer und Frauen möglichst viel gleich machen müssen? Warum darf eine junge Frau mit Anfang 20 nicht Kinder als wichtigstes Lebensziel haben? Wo in der jüngeren oder älteren Geschichte gibt es Beispiele, daß größtmögliche Unabhängigkeit der Geschlechter voneinander zum trag- und zukunftsfähigen Modell geworden ist?
Was für eine Ziellosigkeit, was für eine Verschwendung von Lebenszeit und Familienglück, welche vorprogrammierten Krisen, wenn wir nicht den Mut haben, unseren Kindern gute, feste Pläne anzubieten, die ihnen Sicherheit geben, vor Gott, ihrer Zukunft, ihren Eltern, ihren Kindern bestehen zu können?
Altervater möchte unsere Blindheit, unser Gefangensein im “modernen Denken”, unsere Betriebsblindheit mit Achtung vor unseren Vorfahren und Neugier auf ihre Weisheiten überwinden. Mögen sich Soziologen, Entmythologisierer, selbsternannte Befreier, moderne Heilsversprecher (alle auch mit “-innen” selbstverständlich) melden, wenn sie dereinst am Ziel angelangt sind: bis dahin soll dieser Blog Gedanken, Werte und Lebensweisheiten über den Zeitgeist hochhalten, aussprechen und weitergeben, die sich in schwierigsten Zeiten über Jahrtausende erhalten haben, gemäß “und sollst sie deinen Kindern einschärfen und davon reden” (Deut. 6,7) – dort steht nirgends von neuen Lebensformen, daß die guten Entwürfe erst in der Zukunft kämen, daß die guten Handlungsweisen erst irgendwann in der Zukunft uns von außerhalb der vorgegebenen und vorgelebten Ordnungen zufliegen würden. Wie anders könnten wir unserer Verantwortung als Eltern gerecht werden?