Dieser Blog…
Ein an moderner Theologie oft verzweifelnder, nur leicht ironischer Abschied von deren Rechthaberei; die Freiheit nehm’ ich mir, Bibeltexte mit etwas anderen Augen zu lesen; den Glauben habe ich, Bibeltexte mit eigenem Erleben und Denken zu verlinken; die Hoffnung habe ich, zu eigenen Nöten und Wünschen Antworten in der Bibel zu finden; die Demut habe ich, den Erfahrungen der Bibel mit Gott und den Menschen vor den Ideologien der Moderne den Vorzug zu geben! Altervater im FEB 10
erhebt keinerlei Anspruch auf theologische Richtigkeit, erliegt keiner dogmatischen Vermessenheit auf Unfehlbarkeit; er möchte niemanden überzeugen, möchte nicht rechthaben; eher ein subversives Gedankenexperiment, eine mahnende Stimme gegen den Gender-Gleichheits-Furor, ein zorniger Ausruf bei Betrachtung der Goldenen Kälber unserer Zeit (Individualismus, Unabhängikeit, Freiheitssucht durch Mobilität, Rücksichtlosigkeit, Bindungsunfähigkeit), im Angesicht der Götzen der Aufklärung ( die eigene Meinung wird als Gewissen bezeichnet, obwohl ethische Grundlagen fehlen, Vernunft ohne Werte, mein Bauch als Gott, die Altäre der EMMA auf den Höhen), der hölzernen Standbilder der Egozentrik, der Hausgötzen des eigenen Begehrens.
Dieser Blog ist nicht die Krone oder Speerspitze der Exegese, sondern ein Blick aus der Menge des Volkes in Richtung des in Flammen stehenden Horeb, von wo bei Hingabe des eigenen Lebens auch heute noch wahre Werte geholt und zum Volk gebracht werden könnten – bisher bleibt es beim Blick, wenn auch vom äußeren Rand der Volksmenge. Den Schreiber treibt die Verzweiflung über die hohen Scheidungsraten, die wenigen und späten Kinder, daß es Den Rest des Beitrags lesen »
Alte Ordnungen, moderne Zeiten, Rat woher
Eine Pfarrerinnen-Tochter studiert Soziologie und Politik, (richtig) gescheit, hübsch, lebenserfahren (nach einem halben Jahr auf der südlichen Halbkugel in einem Land mit einer der höchsten Kriminalitätsraten weltweit), kerngesund, Stipendiatin: wer sollte einen Plan für die Zukunft haben wenn nicht sie? Im Gespräch erwähnt sie dann jedoch, daß alle Soziologen zusammen immer noch nicht wissen, wie Gesellschaft eigentlich funktioniert, weshalb Frauen immer noch weniger verdienen und Arbeiterkinder doch keine Chancen haben (oder viel weniger). Und Familie, eigene Pläne, feste Vorstellungen – mit Mitte 20 kein Wort davon. Von kirchlichen Plänen und Entwürfen jedenfalls hält sie nicht viel, will weiter hinaus oder tiefer ins Leben hinein verstehen, es letztlich besser wissen.
Was leisten wir uns eigentlich, selbst solche Hoffnungsträgerinnen ohne Plan ins Leben zu entlassen? Was erlauben wir uns, alte Ordnungen zu verwerfen und zu diskreditieren, ohne in den zentralen Fragen Mann und Frau, Kinder, Zukunft, Familie, Alter feste Gegenentwürfe anbieten zu können? Wie blind müssen wir sein, angesichts der steigenden Scheidungszahlen, dafür umso geringeren Kinderzahlen (je höher die Bildung, desto weniger) unseren Nachkommen keine Wegweisung geben zu können? Keine positive Vision, Lebensrichtung, Wertschema, an denen sie sich orientieren könnten? Den Rest des Beitrags lesen »
Eugene Hillman CSSp “Polygamy Reconsidered” Buchbesprechung
“Wussten Sie schon, dass
- etwa 70 Prozent der Armen weltweit weiblich sind?
- 70 Prozent der unbezahlten Arbeit von Frauen verrichtet wird?
- Frauen in den Entwicklungsländern bis zu 80 Prozent der Grundnahrungsmittel produzieren, aber nur 10% der Anbauflächen besitzen?
- zwei Drittel der Analphabetinnen und Analphabeten weltweit Frauen sind?”
So schreibt in ihrem Weltmissionsprospekt 2010 eine deutsche Freikirche – offensichtlich haben Frauen also Schutz und Hilfe und Teilhabe an Geld, Land und Bildung nötig. Dieses Missionswerk will dafür in 2010 € 47.500 aufwenden und beitragen, weltweit.
Der katholische Ordensmann Eugene Hillman CSSp (Abkürzung für Congregatio Sancti Spiritus, auf deutsch “Spiritaner, Missionsgesellschaft vom Heiligen Geist”) war 16 Jahre als Missionar bei den Massai in Ostafrika tätig. In seinem Buch “Polygamy Reconsidered” (Orbis Books Maryknoll NY 1975, S. 35) zitiert er einen methodistischen Bischof mit den folgenden Worten:
“Is it more Christian to have organized prostitution, marital infidelity with impunity (Untreue ohne Strafe), a rapidly growing divorce rate and increasing numbers of illegitimate children, than polygamy? Is it more Christian for young women to become prostitutes, call girls, or mistresses than to become the second or third wife of a respected member of the community? … Is permitting youth to choose their own mates necessarily more Christian than an agreement between families? Is a widow any better or happier in the world alone than living intimately with a member of her husband’s familiy?”
Offensichtlich hatte also der afrikanische methodistische Bischof in den 60er oder 70er Jahren des 20. Jh. schon eine Idee, daß das eurozentristische moderne Familienbild, das v.a. durch die christliche weiße Mission im Namen der Zivilisation und des Fortschritts Afrika übergestülpt wurde, nicht unbedingt zum Heil Afrikas beitrug; daß, Den Rest des Beitrags lesen »
Buchbesprechung: Eine positive Vision für Familie, Ehe und Beziehung
We Want for Our Sisters What We Want for Ourselves: African American Women Who Practice Polygyny by Consent von Patricia Dixon-Spear
In den USA gibt es nicht nur die traditionelle Polygamie bei den Mormonen (bzw. ihren Abspaltungen) und die neue evangelikale Polygamie-Bewegung ausgehend von truthbearer.org, sondern weniger bekannt auch unter der schwarzen Bevölkerung ein Suchen nach heilen Familien, stabilen Beziehungen und ebensolchen ökonomischen Lebenszusammenhängen. Ein back to the african roots heißt für die Verfasserin auch, die Effekte von polygamen Familien auf Frauen und Kinder zu betrachten.
In den zwei ersten Kapiteln stellt sie dar, wie sich die in der westlichen Welt heute geübte Eheform entwickelt hat – die ist eher ein griechisch-römisches als ein originär biblisches Erbe. Sie zitiert den holländischen katholischen Theologen Schillebeeckx, wie sich die Kirche erst langsam im frühen Mittelalter der Institution Ehe bemächtigt hat, Den Rest des Beitrags lesen »
Sistahs’ voices: afro-american women rediscover polygamy
“Sister Kinship, I am a Christian just like you so don’t misquote the Bible to me. The Bible is a book of Polygamy both new and old testaments, and anytime a few people object to the Polygamy of the Bible times like Paul they try to give reasons for not having more than one wife to a unlistening society. Without Polygamy Ruth could never have had a husband being a widow! Women in the Bible were all able to marry if they wanted because of Polygamy. So we Sisters interested in our African cultural roots know that Polygamy takes care of all women!”
So entgegnet die Verfasserin dieses Blogs “This Rasta Sister Explains Polygamy” einer “modernen” Schwarzen, die Polygamie als einseitig zur Befriedigung männlicher Bedürfnisse ansieht.
Polygamie hilft Frauen, sich gegenseitig zu unterstützen; stabilisiert Familien; gibt allen Kindern einen Vater, gibt Witwen einen Mann (dabei bezieht sie sich auf die alttestamentarische Rut), sie sieht Polygamie als Möglichkeit für alle schwarzen Frauen, die zu ihren kulturellen Wurzeln in Afrika zurückkehren möchten. Polyandrie (mehrere Männer) dagegen sieht sie als Chaos an: keine Frau weiß dann, wer der Vater ihres Kindes ist.
“Our Polygamy is HOLY because we practice it to benefit all women” – Den Rest des Beitrags lesen »
Bibelstellen, die polygame Beziehungen berichten oder erwähnen oder damit zusammenhängen
1. Mos 2 24 Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhangen, und sie werden sein ein Fleisch.
1. Mos 4 19 Lamech aber nahm zwei Frauen, eine hieß Ada, die andere Zilla.
1. Mos 16 1 Sarai, Abrams Frau, gebar ihm kein Kind. Sie hatte aber eine ägyptische Magd, die hieß Hagar. 2 Und Sarai sprach zu Abram: Siehe, der HERR hat mich verschlossen, dass ich nicht gebären kann. Geh doch zu meiner Magd, ob ich vielleicht durch sie zu einem Sohn komme. Und Abram gehorchte der Stimme Sarais. Den Rest des Beitrags lesen »
Es geht um die Kinder – Monogamie ist keine Lösung – sondern ein Dogma
“Wie können familiäre Beziehungsstrukturen funktionieren, in denen sich mehrere Frauen und Männer, die … durch … soziale und biologische Mutter- und Vaterschaft unweigerlich miteinander verbunden sind, wohlfühlen und menschenfreundlich miteinander umgehen?”
Mit dieser Frage endet der Blog-Beitrag von Antje Schrupp “Die Rückkehr der Vielehe”. Vom neuen Unterhaltsrecht her beschreibt sie nüchtern die heutige Wirklichkeit aus Scheidung – Wiederverheiratung – Umgangsrecht – Unterhaltsrecht, tut “serielle Monogamie” als “soziologisches Gerede” ab, stellt fest, daß wir schon lange keine Monogamie im Lexikon-Sinne von “lebenslange exklusive Fortpflanzungsgemeinschaft” mehr haben und fragt vor allem nach den Kindern, die stabile Elternbeziehungen brauchen. Da ist sie an dem Punkt, an dem Erich Kästner vor 60 Jahren schon war, das Motto in dem wunderbaren Bilderbuch “Die Konferenz der Tiere” heißt: Es geht um die Kinder! (Ob die Jung-Grünen mit ihrem T-shirt “Monogamie ist keine Lösung” auch soweit dachten oder an Lebensentwürfe für Leute zwischen 18 und 28?).
Faktische Polygamie ist ihr Befund für das, was wir heute haben. Und sie findet dieses Thema “besonders heikel”, Den Rest des Beitrags lesen »
Polygamie: praktische Überlegungen in unserer Zeit und das Liebesgebot
Ein Drittel aller Ehen werden heute geschieden; jede/r in seinem Bekanntenkreis kennt “Fälle”, denn um solche handelt es sich oft: die Zeit davor wird tabuisiert, weil Paare mit Schwierigkeiten immer weniger Freundeskreis pflegen, weil auch immer weniger Freunde von außen auf die zwei zugehen, um Hilfe anzubieten – man könnte sich auch die Finger verbrennen, der Parteilichkeit geziehen werden. Die Zeit nach der Trennung ist noch schlimmer: entweder Arbeit über alles oder Absturz. Die Frau mit Kindern (der häufigere Fall, daß die Kinder bei der Mutter landen) fühlt sich als Opfer, weil die Opferrolle noch am ehesten (bemitleidenswerten, aber immerhin) Status und Außen-Erklärung liefert; von der Rolle hat sie selbst noch am wenigsten, weil die Opferrolle nicht aktiv macht und nicht bei der Aufklärung des Geschehenen hilft und die Kinder werden als Schicksalsgenossen an diese Rolle gekettet. Sind die Kinder klein, kann sie nicht arbeiten, sind die Kinder größer, wird der Betreuungsaufwand eigentlich auch nicht kleiner (G8!), sind die Kinder noch größer, sitzt frau plötzlich und oft allein zu Haus. Er: sind die Kinder kleiner, soll er außer Düssseldorf auch noch Ehegattenunterhalt bezahlen und das bei Steuerklasse 1 – auch ein schönes Gehalt wird so flugs auf das Existenzminimum heruntergerechnet, so wird aus einem Brutto von über 50 T€ oder A14 schnell Hartz 4. Die Gedanken sind zwar frei, auch in dieser Lebenslage, aber selten freundlich und konstruktiv.
Und wenn es so einer Frau möglich wird, in einer Beziehung aufgenommen zu werden? Und aus der “Leviratsehe” des AT eine Erfüllung des Liebesgebots in unserer Zeit wird? Wohnung, eine Freundin, eine Beziehung zu einem Mann ohne den Ballast der 100%-Fixierung auf nur “ihn” aus der gescheiterten Beziehung, weil die Schwesterfrau auch da ist und eine positive Beziehung zu diesem Mann vorlebt; Spielkameraden, Quasi-Cousins für die Kinder, Den Rest des Beitrags lesen »
Polygamie im Islam
Viel Arbeit gemacht hat sich der Verfasser dieses Artikels auf islamreligion.com über Polygamie im Islam (mit Links zu allgemeinen Betrachtungen über Polygamie im Judentum, Christentum und in der westlichen Welt). Interessant dabei, v.a. für eine islamische Seite: er argumentiert nicht von Mohammed her, sondern vom Nutzen für die Gesellschaft, vom Nutzen (Sicherheit, Schutz, Versorgung) für die Frauen, von der Natur des Mannes – wie das alles unter geordneten Verhältnissen vereinbar sei. Nirgends legt er einer Frau einen Zwang auf, Den Rest des Beitrags lesen »
Familien-Leben in der Bibel
Als Familienvater mit vier Kindern mache ich mir Gedanken über Familien-Leben, Rollen-Verteilung, Kindererziehung und -versorgung. Als Christ suche ich in der Bibel, was mir dort zum Thema gesagt wird. Als Betroffener und als politisch interessierter Bürger denke ich an die vielen geschiedenen Ehen, die Kinder und die geschiedenen Partner, die daraus kommen.
Als denkender Mensch, als möglichst freier Geist möchte ich Denkverbote erst einmal erkennen und dann gezielt mißachten; als Mitchrist möchte ich die Grenzen und Begrenzungen erkennen und dann überschreiten, die wir dem Heiligen Geist aus Traditionen, Ängsten, Gewohnheiten, Starrsinn, Irrglauben, Vorurteilen, Verbohrtheiten, wegen unserer sozio-kulturell bedingten Grenzen in den Weg stellen.
Als Zeitungsleser nehme ich war, daß gleichgeschlechtlich orientierte Menschen sich aus der Stigmatisierung und Verfolgung befreien konnten und kann das rein menschlich und vom Liebesgebot her begrüßen; wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, gestehe ich, daß ich dieses Thema tabuisiere und schlecht damit umgehen kann, auch mich nicht damit beschäftigen möchte (ist das zu verurteilen?). Aber Homoehen sind möglich, gewünscht und gesellschaftliche Wirklichkeit – Gott sei Dank ein Verfolgungs- und Mißachtungstatbestand weniger, ein Leiden weniger in der Welt.
Als Bibelleser fange ich mich an zu wundern, mir die Augen zu reiben: da gibt es im Alten Testament Beispiele für polygame Familien, Den Rest des Beitrags lesen »